In dem Heim leben etwa 60 Mädchen im Alter von circa 5 bis 15 Jahren. Die meisten der Kinder sind Halbwaisen. Einzelne Kinder sind Vollwaisen oder haben zwar noch beide Elternteile, die jedoch keine Mittel haben, um sie zu versorgen. Dass die Mädchen nicht bei ihrem noch lebenden Elternteil wohnen ist kein böser Wille, sondern Ausdruck eines täglichen Überlebenskampfes.


Wo befindet sich das Heim?
Wie leben die Kinder dort?
Wer lebt mit den Kindern im Heim zusammen?


Wo befindet sich das Heim?

Das Heim befindet sich im Osten von Indien, im Bundesstaat Orissa. Orissa ist flächenmäßig fast so groß wie Frankreich, gehört aber durch die landwirtschaftliche Prägung (kaum Industrie) zu den ärmsten Staaten Indiens. Die Lebensverhältnisse sind hier sehr einfach, die ländlichen Gebiete verfügen nur über mangelhafte Infrastruktur und auch Stromanschluss ist keine Selbstverständlichkeit.

Seit dem Umzug befindet sich das Heim in Cuttack, der nach der Hauptstadt Bhubaneswar zweitgrößten Stadt Orissas. Die Stadt bietet im Vergleich zu den ländlichen Regionen eine gute Infrastruktur, wie Schulen und Gesundheitsvorsorge. Auch besteht Wasser- und Stromanschluss. Die hygienischen Verhältnisse sind weit besser als am alten Standort in ländlichen Disktrikt Kandhamal. Zudem ist die Stadt sicher – Unruhen zwischen rivalisierenden religiösen Gruppen gibt es vornehmlich auf dem Land.

 



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Wie leben die Kinder dort?

Derzeit leben die Kinder in einem angemieteten Haus. Die Mädchen schlafen zusammen in Räumen, die tagsüber als Aufenthaltsräume dienen. Das Personal lebt mit ihnen mit Haus.

Der Tag beginnt für die Kinder damit, dass sie sich selbst und ihre Kleidung waschen. Die Körperhygiene ist in Indien ganz besonders wichtig, und sowohl die Kinder als auch das Personal legen großen Wert auf Sauberkeit. In der Nähe des Waisenhauses gibt es Schulen, die die Kinder – je nach Alter – von montags bis samstags besuchen.

Auch abseits der Schule haben die Kinder einen prall gefüllten Tagesplan: Sie sind in die anfallenden Arbeiten eingebunden. So halten sie das Grundstück sauber, erledigen Küchenarbeiten und putzen die Räume.  Abends lernen sie noch für die Schule. Zum reinen „Kind sein“ und für Spiele ist in ihrem Alltag wenig Zeit. Gerne jedoch basteln, malen und singen die Kinder, wann immer es Umstände und Zeit erlauben.

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Wer lebt mit den Kindern im Heim zusammen?

Im Waisenhaus leben mit den Mädchen fünf Erwachsene. Es handelt sich hierbei um:



Comola ist eine sehr herzliche und lebensfrohe junge Frau, die jeden Tag mit viel Liebe das Essen für das gesamte Waisenhaus zubereitet. Sie ist wie eine grosse Schwester für die Mädchen und massiert ihnen auch mal gerne die Füsse und Beine.









Manju lebt mit ihrem kleinen Sohn Krishna im Waisenhaus. Sie wurde von ihrem Mann noch vor der Geburt ihres Kindes verlassen und hat im Waisenhaus Zuflucht gefunden. Dort kümmert sie sich darum, dass die Mädchen insgesamt versorgt sind. Sie begleitet sie beispielsweise auch zum Arzt.









Bono ist für alle anfallenden Bürotätigkeiten im Waisenhaus zuständig. Er hat eine Ehefrau und drei Söhne, die nur etwa eine halbe Stunde zu Fuß vom Waisenhaus entfernt wohnen. Seine geringe freie Zeit nutzt Bono somit dazu, seine Familie zu sehen.









Rebecca spricht sehr gut Englisch, ist ausgebildete Lehrerin und unterrichtet an der „English Medium School“ im Dorf. Zusätzlich hilft sie den jüngeren Mädchen im Waisenhaus am Abend bei den Hausaufgaben. Sie lebt im Waisenhaus und schätzt das gemeinschaftliche Zusammenleben mit den Kindern sehr.








Tutu arbeitet zusammen mit Rebecca in der „English Medium School“ im Dorf und kommt oft am Nachmittag und an den Wochenenden ins Waisenhaus, um mit den Kindern zu spielen oder im Garten zu arbeiten. Er ist ein sehr fröhlicher junger Mann und die Kinder lieben es mit ihm zu spielen.











Die MitarbeiterInnen erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung. ErzieherInnen oder SozialpädagogInnen stehen aufgrund der eingeschränkten finanziellen Situation nicht zur Verfügung. Obwohl alle vor Ort ihr Bestes geben, ist es klar, dass die personelle Kapazität nicht ausreicht, um auf einzelne Kinder wirklich einzugehen.



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