Unser Umgang mit Spenden

act!orissa e.V. verfolgt das hehre Ziel, die eingegangenen Spenden zu 100% seinen Projekten, der Zielgruppe, also den Kindern im Waisenhaus und seinen Angestellten zukommen zu lassen.

Die Realität hat uns zu unserem Leidwesen eingeholt und wir mussten uns mit dem Thema der Overheads auseinander setzten. Unter den Overheads versteht man die Kosten, die eine gemeinnützige Organisation verwendet, um seine eigene Verwaltung (und Werbung) zu finanzieren.

Als kleiner Verein ohne bezahlte Angestellte kommen wir unserem Ziel schon sehr nahe. Es ist act!orissa e.V. jedoch nicht möglich, das 100%-Ziel zu erreichen. Als Beispiel mag dienen, dass allein die Überweisung eines Geldbetrages an unsere Kooperationspartner in Indien Geld kostet. Selbst wenn wir dies aus eigener Tasche bezahlen würden, wäre es einen Spende, die wir den Steuerrichtlinien entsprechend aufzulisten verpflichtet sind. Dies bedeutet dann jedoch im Umkehrschluß, dass ein Teil der Spendenmittel nicht in Indien ankommt, da Act!Orissa aus dem Topf der Spenden die Überweisung finanziert.

Das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat das „Spendensiegel” erdacht. Es wird auf Antrag an gemeinnützige, unabhängige Institutionen vergeben, die ihre Arbeit zu mehr als 10% aus Spenden finanzieren und mit den eingenommen Spenden überregional arbeiten.

Das wichtigste Kriterium jedoch ist die Wirksamkeit in der Verwendung der Mittel, die „Mitteleffizienz”: die „wirksame Mittelverwendung verlangt, dass die Werbe- und Verwaltungsausgaben der Organisation ein vertretbares Maß nicht überschreiten. Als Richtlinie gilt hierfür, dass Werbe- und Verwaltungsausgaben von mehr als 35% nicht vertretbar sind.” (Auszug aus den Leitlinien und Ausführungsbestimmungen des DZI).

Wir von act!orissa e.V. haben das Ziel, diese 35% nicht nur einzuhalten, sondern auch deutlich zu unterschreiten.

Im Rahmen der Spendenwerbung muss die „Zweckbestimmung der Spenden und die Dringlichkeit ihrer Zwecke öffentlich nachvollziehbar” dargelegt werden. Dabei muss die „Wort- und Bildwerbung wahr, eindeutig und sachlich” gehalten werden, so dass die Spender sich ein eindeutiges Bild der Organisation machen können, für die sie spenden.

act!orissa e.V. verzichtet auf aufwendige Werbung mit großen niedlichen Kinderaugen. Wir informieren Interessenten wahrheitsgetreu, sowohl was die Verhältnisse vor Ort angeht, als auch in Bezug auf die Verwendung der Mittel. Am Ende eines Jahres stellen wir einen Jahresabschluss zusammen, den wir unseren Mitglieder zukommen lassen. Damit lassen wir alle am Wachsen und an der Entwicklung unserer Organisation und ihrer Arbeit teilhaben.

Dazu gehört auch eine transparente Buchführung, die Ein- und Ausgänge unserer Spenden verzeichnet und deren Verwendung offen legt. So gewährleisten wir eine objektive Einsicht in unserer Arbeit und eine nachvollziehbare Finanzplanung aus der auch die Mitteleffizienz direkt ablesbar ist. So können am Ende eines Jahres die eingenommenen Spenden direkt in Verbindung mit den Ergebnissen der Arbeit gesetzt werden und der Anteil des Geldes, das wir in unsere eigene Verwaltung stecken mussten ermittelt werden.

act!orissa e.V. wird das Spendensiegel des DZI nicht beantragen. Die Kosten dafür wären so hoch, dass wir mit einem Schlag 25% unseres Jahresbudget in die Erteilung des Siegels investieren würden und damit die Idee des Siegels und unsere eigenen Ideale ad absurdum führe würden. Die Orientierung an den Leitlinien des Siegels und der Transparente Umgang mit unserem Budget stellt für Act!Orissa die sinnvolle Alternative dar. So handeln wir im Sinne aller: unsere Unterstützer wissen um den Verbleib ihrer Zuwendungen und es stehen mehr Mittel für unsere Projekte zur Verfügung, was den Bewohnern des Heim zugute kommt.