
Workcamps
Während eines Workcamps reisen jungen Menschen aus Deutschland in alle möglichen Länder, zum Beispiel auch Indien, und verbringen dort in der Regel drei Wochen in den ländlichen Gegenden des jeweiligen Landes. Dies nennt sich „Workcamp”, weil die Teilnehmer dort mit der Bevölkerung zusammenleben und einfache Arbeiten verrichten. Dies geschieht nicht etwa aus entwicklungspolitischen Gründen, sondern aus der Einsicht heraus, dass man das Leben einer fremden Kultur nur ausreichend kennenlernt, wenn man auch die jeweiligen Arbeitsformen erlebt. An dieser Strategie lässt sich dann auch der eigentliche Zweck eines Workcamps erkennen: Interkulturelle Bildung und Völkerverstän-digung. Nur indem man vor Ort mit der lokalen Bevölkerung lebt und den Alltag verbringt,
mit dem die Arbeit untrennbar verknüpft ist, lernt man sich kennen und verstehen. Aus diesem Grunde werden während eines Workcamps auch indische und deutsche Abende veranstaltet und dabei Musik, Küche und Bräuche vorgestellt.
Für unseren Verein sind Workcamps nicht nur aus Überzeugung und daher als satzungs-gemäß festgeschriebene Zwecke von Bedeutung. Es verbinden sich mit ihnen auch äußerst effektive Multiplikatoreffekte. In den letzten zwei Jahren fanden sich besonders unter den Teilnehmern dieser Camps junge Menschen, die sich durch einen Aufenthalt beim Waisen-haus im Rahmen eines Workcamps den Kindern weiterhin verbunden fühlten und sich nach der Rückkehr auch von Deutschland aus mit Spenden oder Engagement an der Arbeit des Vereins beteiligten.
In Zukunft wollen wir daher die Workcamps als zweiten zentralen Tätigkeitsbereich neben der Versorgung des Waisenhauses fortführen. Bisher stand dabei lediglich deren Initiation im Vordergrund; das heißt, dass wir bereits vorhandenen und auf deren Durchführung spezialisierten Organisationen, wie beispielsweise Kolping oder pro international e.V., Workcamps in Orissa nahelegten und mit der langjährigen Erfahrung unseres Projekt-partners Chabila Naik auf diesem Gebiet warben.
Neben den besonders auf Völkerverständigung basierenden Camps gibt es noch weitere, die sich mehr auf entwicklungspolitische Inhalte stützen. Dazu werden von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit zwei bis drei bereits ausgebildete Fachkräfte entsendet. Im Falle von act!orissa e.V. betrifft das insbesondere die Grund- und Ausbildung der Kinder. Dazu arbeiteten im Jahr 2005 im Rahmen des ASA-Programms von InWent gGmbH zwei Pädagoginnen drei Monate im Heim und haben den Kindern neben Grundkenntnissen in Englisch auch Hygienekenntnisse vermittelt.
Auf diesem Gebiet planen wir in naher Zukunft, einerseits diese Art von Camps fortzuführen und sie andererseits auch selbst zu organisieren. Ersteres betrifft besonders die Inhalte der Camps: Durch die Entwicklung eines nachhaltigen Bildungskonzeptes für die entwicklungs-politisch orientierten Camps wird darauf geachtet, dass die Kenntnisse aus dem vorigen Jahr zum einen aufgefrischt werden und zum anderen die neuen auf die vorhandenen Inhalte aufbauen.
Letzteres beträfe vom Verein durchgeführte Teilnehmerauswahl und Vorbereitungstreffen und hätte eine verbesserte Abstimmung von Programminhalt- und teilnehmer zur Folge.

